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Sensitivitätsmodell bzw. PapiercomputerHintergrund der qualitativen ModellierungDie qualitative Modellierung und Analyse im MODELER als Alternative zur ebenfalls im MODELER angebotenen quantitativen Modellierung ist inspiriert durch den Papiercomputer bzw. das Sensitivitätsmodell von Prof. Frederic Vester (Wikipedia). Die qualitative Modellierung ist zum einen deutlich einfacher und wird zum anderen von vielen Verfechtern auch als erkenntnisreicher angesehen. Hier wird nicht der konkrete Zeitverlauf beschrieben, sondern nur grob der Zusammenhang zwischen den Faktoren benannt. Die Angabe von Gewichtungen der Zusammenhänge erfolgt beim Papiercomputer durch 0 (kein Einfluss), 1 (unterproportionaler Einfluss), 2 (proportionaler Einfluss) und 3 (überproportionaler Einfluss), wonach die Bedeutung von Faktoren in einem größeren Ursache- Wirkungszusammenhang analysiert werden kann. Tatsächlich haben Untersuchungen u.a. von Prof. Vester ergeben, dass bei vielen Fragestellungen eine genaue quantitative Beschreibung gar nicht möglich ist und im Gegenteil sogar zu Ungenauigkeiten führen kann. Umgekehrt ist eine nur grobe Sicht der Zusammenhänge in vielen Fällen robuster und eben erkenntnisreicher. Die Analyse der Zusammenhänge bei dem Ansatz von Prof. Vester birgt einen in der Praxis vielfach bedauerten Nachteil: Es wird nur die Bedeutung von Faktoren im Gesamtmodell analysiert. Es wird geschaut, wie viel diese beeinflussen, und durch wie viele Faktoren sie in welchem Maße beeinflusst werden. Es werden so dann aktive und reaktive, passive und puffernde Faktoren identifiziert. Damit muss das Gesamtmodell sehr sorgfältig - Prof. Vester sagt nach 8 biokybernetischen Grundregeln (und letztlich 18 Kriterien) - aufgestellt werden, da es sonst schnell falsche Ergebnisse zeigt. Die Frage ist aber immer nicht, wie viele Faktoren wie stark beeinflusst werden, sondern, bezogen auf eine Zielsetzung (!), welche Faktoren. Außerdem vermissen viele Anwender bei dem Sensitivitätsmodell die Möglichkeit, die Gewichtungen noch weiter zu differenzieren. Schließlich muss auch die Wirkung so genannter Wirkungsschleifen im Sensitivitätsmodell in einem für viele Anwender zu komplizierten zweiten Schritt analysiert und interpretiert werden. Genau diese Schwächen adressiert der CONSIDEO MODELER, entstanden aus einem EU-Forschungsprojekt, mit dem Ziel, die Ursache-Wirkungsmodellierung derart zu vereinfachen, dass Planer und Entscheider selbst Zusammenhänge visualisieren und analysieren können - und nicht nur wenige Methodenexperten. Der Ansatz von Prof. Vester wird übrigens auch im MODELER-FORUM ganz eifrig diskutiert. |
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