Vernetztes Denken: Wie fit sind unsere Entscheider? Deutschlands wichtigste Ressource ist seine Bildung, sind seine Kšpfe. In einer Studie der Boston Consulting Group zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung wird Vernetztes Denken als die entscheidende SchlŸsselkompetenz der Zukunft der Zukunft herausgestellt. Laut PISA-Studie wird weltweit diese Problemlšsungskompetenz noch viel zu wenig vermittelt. In einem Wettbewerb mit dem Spiel Ecopolicy haben HauptschŸler aus Malente gegen eine Delegation des Bundestages gewonnen, da sie zuvor Vernetztes Denken geŸbt hatten. Vernetzt zu denken hei§t das langfristige Zusammenspiel von mehreren Faktoren zu Ÿberblicken. Wie werden sich Mšrkte entwickeln? Wie hŠngen z.B. Motivation von Mitarbeitern und QualitŠt von Produkten zusammen? Was kann alles im Laufe eines Projektes passieren? Welche Folgen werden Klimawandel und Rohstoffverknappung fŸr bestimmte Branchen haben? Wie kšnnen die langfristigen Nutzen von Fšrderma§nahmen aussehen? Wie kann ein Leitbild fŸr eine Region aussehen? Wie kšnnen wir unsere persšnliche Lebensplanung vor dem Hintergrund zahlreicher Einflussfaktoren planen? usw.. So genannte EntscheidungsunterstŸtzungssysteme und -methoden fŸr das Vernetzte Denken gibt es schon seit Ÿber 50 Jahren. Diese waren aber bisher zu kompliziert und blieben das Werkzeug weniger Experten. Die Entscheider in Wirtschaft und Politik hingegen verlassen sich auf Expertenwissen und ihre Bauchentscheidungen und sto§en damit immer hŠufiger an ihre Grenzen. †ber ihre Fehler bzw. die Konsequenzen kšnnen wir tŠglich in der Zeitung lesen. Beispiel 1: Ein Projekt erfŠhrt eine SpezifikationsŠnderung. Daraufhin gerŠt es in Zeitverzug. Mitarbeiter sind unzufrieden. Etwas Neues fŸhrt zu Lernbedarf. Unzufriedenheit und Unerfahrenheit fŸhren zu Fehlern. Aufgrund des Zeitverzuges wird der Druck erhšht. Das fŸhrt zu noch mehr Fehlern. Bei Maschinen werden die Durchlaufzeiten erhšht, das fŸhrt zu verkŸrzten Wartungsintervallen oder einer Erhšhung der Wahrscheinlichkeit von MaschinenausfŠllen usw.. Es wird nur auf die Effizienz geschaut - nicht aber auf die EffektivitŠt. Beispiel 2: Banken und Immobilienmakler profitieren davon, dass die Menschen sich Geld leihen und Immobilien kaufen. Die Preise fŸr diese Objekte werden in die Hšhe getrieben und die Banken spielen mit dem Argument mit, dass im Zweifelsfall das besicherte Objekt mehr Geld wert ist, als die Hypothek. Die Preise steigen weiter und fŸhren sogar dazu, dass die Verbraucher in ihrer Immobilie ihre Altervorsorge sehen. Es wird weniger weitere Altersvorsorge betrieben und mehr Geld verkonsumiert. Mehr Geld in der Wirtschaft ist natŸrlich klasse und fŸhrt zu ArbeitsplŠtzen - wenngleich viele GŸter der heimischen Wirtschaft erst Ÿber den Umweg exportierter InvestitionsgŸter zugute kommen. Die Immobilienpreise haben aber noch einen weiteren Effekt. Banken gewŠhren ganz leicht Verbraucherdarlehen, wenn diese durch Immobilien besichert werden kšnnen. Das Ganze geht so lange gut, wie die Immobilienpreise auch wirklich steigen. Wenn aber eine SŠttigung der Nachfrage von Immobilien eintritt, z.B. da die staatliche Fšrderung nachlŠsst, die Gefahr der Arbeitslosigkeit wŠchst, Gemeinden zur Zusatzeinnahme massiv Bauland bereit stellen und BautrŠger preiswert zu bauen beginnen u.v.m., platzt die Blase. Banken verweigern jŠh weitere Kredite und aus einem Husten der Wirtschaft wird ein Schnupfen fŸr alle. Dahinein gehšren ja noch die Reaktionen der Zinsen, DevisenmŠrkte und damit auch der Bšrsen sowie viele weitere Faktoren. Ein letztes Beispiel: Wir Menschen kšnnen uns ohne Computer so genanntes nicht-lineares Wachstums schwer vorstellen: Wie funktioniert die anfŠngliche Werbung fŸr einen Handy-Klingelton, der innerhalb weniger Wochen weltweit 78 Mio Dollar Gewinn einspielt? Bei allen drei Beispielen geht es um selbstverstŠrkende Effekte. Eine anfŠnglich kleine Ursache kann im Zeitverlauf zu gro§en Folgen fŸhren. Vernetztes Denken als Kompetenz bedeutet, dass solche ZusammenhŠnge und langfristigen Folgen gesehen werden kšnnen. Methodisch ist der erste Schritt, Wirkungs-ZusammenhŠnge zu visualisieren. An Schulen spricht man von visuellem Lernen. Viele gro§e Denker, wie z.B. auch Einstein, waren visuelle Denker. Sie benutzen beide GehirnhŠlften, die Linke fŸr Wšrter, Zahlen, Fakten, und die Rechte fŸr Farben, Formen, ZusammenhŠnge. Einstein hat z.B. sich unterschiedlich schnell bewegende Wolken gesehen und ist so auf seine RelativitŠtstheorie gekommen. ZusammenhŠnge zu visualisieren ist in jŸngerer Zeit durch das Mindmapping populŠr geworden. Weltweit nutzen bereits mehrere Millionen Menschen diese Methode. Es werden in einer Baumstruktur Inhalte durch SchlŸsselbegriffe zusammengefasst. SelbstverstŠrkende Effekte werden dadurch aber noch nicht deutlich. Erst durch eine Visualisierung von Wirkungs-ZusammenhŠngen, selbstverstŠrkenden Effekten und auch Ursachen- und Wirkungsketten wird Vernetztes Denken unterstŸtzt. In Deutschland startet jetzt ein Unternehmen aus LŸbeck eine neue Initiative, Vernetztes Denken zu verbreiten. Aus einem EU-Forschungsprojekt als so genannter Spin-Off entstanden, hat die Consideo GmbH mit dem CONSIDEO MODELER ein Werkzeug geschaffen, das so einfach zu bedienen ist wie eine Mindmapping-Software. Es hilft in der tŠglichen Entscheidungs- und Planungspraxis, Ursache-WirkungszusammenhŠnge zu visualisieren und zu analysieren. RŸckkopplungsschleifen werden erkannt, Wirkungsketten kšnnen analysiert werden und sogar Daten kšnnen in Was-WŠre-Wenn-Szenarien ohne gro§en Aufwand simuliert werden. KreativitŠtstechniken werden unterstŸtzt und die Software ist ohne Training bedienbar. Schulen erhalten das Werkzeug und sogar eine Schulung zum Vernetzten Denken fŸr die Lehrer kostenlos. Erdkunde, Biologie, Physik, Geschichte etc. kšnnen so aktiv von SchŸlern in ihren ZusammenhŠngen erarbeitet werden. Visuelles Lernen und die Motivation durch die Computernutzung spielen dabei natŸrlich eine entscheidende Rolle. Eine hŠufige Kritik an solchen Werkzeugen verweist auf die Unsicherheit, die bei einer solchen Modellierung bleibt. Das ist richtig. Aber es gibt auch den Satz: "selbst das schlechteste Modell ist immer noch besser als keines". Ein Wirkungs-Modell ist nur eine Darstellung dessen, was wir sowieso Denken und auf dessen Basis wir sowieso entscheiden. Nur haben wir durch die Visualisierung und Modellierung mehr Mšglichkeiten: Wir kšnnen wesentlich besser auf unsere Gedanken blicken und kreativer sein. Wir kšnnen diese besser austauschen und verschiedene Annahmen direkt miteinander vergleichen. Der hŠufigste Hinderungsgrund, weshalb die WirkungszusammenhŠnge nicht reflektiert werden, ist die fehlende Zeit. Auch das ist richtig. Aber wenn das Werkzeug zur Modellierung einfach zu bedienen ist, ist es nur noch ein kleiner Schritt, sich das Reflektieren von ZusammenhŠngen fŸr die entscheidenden Momenten anzugewšhnen. Wie das in der Praxis zu mehr Erfolg in Unternehmen, in der Politik und sogar im Privaten fŸhren kann, beschreibt in kleinen Geschichten das Buch 'Modelst Du schon - oder tappst Du noch im Dunkeln?' von Kai Neumann (www.modelst-du-schon.de). 'Genial, wie da in einer Paarung von Scharfsinn und Witz Problemlšsungskompetenz vermittelt wirdÓ, so Bjšrn Engholm, ehemaliger MinisterprŠsident von Schleswig-Holstein als eine von vielen begeisterten Stimmen zu dem Buch. Die Software, der CONSIDEO MODELER, ist Ÿbrigens auch als Freeware unter www.consideo.de zu finden.